Mit dem Triumph des SV Blau-Weiß Schotten endete am gestrigen späten Nachmittag die siebte Auflage des Sparkassen-Futsal-Cups vor 360 Zuschauern unterm Niddaer Hallendach. In einem spannungsgeladenen Finale setzte sich der Fußball-Gruppenligist gegen den Kreisoberligisten VfR Wenings in einem notwendig gewordenen Shoot-Out mit 3:2 durch. Platz drei belegte der SC Viktoria Nidda, der das Shoot-Out gegen den Ligakonkurrenten SV Ranstadt mit 1:0 für sich entschied.
Nach Abschluss der Zwischenrunde hatten sich acht Mannschaften für die Endrunde des Hallenspektakels qualifiziert. Aufgeteilt in zwei Vierer-Gruppen stritten ein Gruppenligist, vier Kreisoberligisten, ein A-Ligist, die zweite A-Jugend-Formation der Sportfreunde Oberau und der JFV Seemenbach Tigers um die beiden ersten Tabellenplätze der beiden Staffeln, die zum direkten Einzug in das Halbfinale berechtigten.
Gruppe E: In dieser ersten Staffel war die Ausgangsposition klar: Gruppenligist SV Blau-Weiß Schotten und der aus der Zwischenrunde verlustpunktfrei gegangene Kreisoberligist VfR Wenings gingen klar favorisiert ins Rennen. Die Schottener mussten bei der Endausscheidung auf ihren wohl besten Hallenspieler, Valentin Leibner, verzichten, der sich im letzten Zwischenrundenspiel einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Der Auftakt verlief für die Blau-Weißen nicht unbedingt optimal, denn trotz deutlichem Übergewicht mussten sich die Vogelsberger gegen die A-Junioren der Seemenbach Tigers mit einem 1:1-Remis zufrieden geben. Auch der VfR Wenings tat sich im folgenden Spiel gegen den VfB Höchst schwerer als erwartet, doch reichte der „goldene Treffer“ von Constantin Toba, um mit einem Dreier in das Turnier zu starten. Hohen Unterhaltungswert bot die Partie zwischen Schotten und Wenings, weil hohes Tempo geboten wurde und auch die spielerischen Momente nicht zu kurz kamen. Der Weningser Führungstreffer durch Ferdijan Idic war bis dato verdient. Aaron Boller erzielte den Treffer zum 1:1-Endstand. Ein Ergebnis, das dem VfR nach dem Auftaktsieg erstmal mehr weiterhalf. Im letzten Gruppenspiel musste der Gruppenligist aus Schotten liefern, denn ein drittes Remis hätte das vorzeitige Aus bedeutet. Die Haardt-Elf hielt dem Druck stand, denn Treffer von Neuzugang Tim Ittmann und Jannis Ladner bescherten den Blau-Weißen nicht nur einen 2:0-Erfolg, sondern auch den Einzug in das Semifinale. Den Staffelsieg perfekt machte im letzten Gruppenspiel der VfR Wenings, der sich beim 4:2 gegen starke Seemenbach Tigers mächtig strecken musste.
Halbfinale: Im ersten Semifinale standen sich die beiden Kreisoberliga-Spitzenteams SC Viktoria Nidda und VfR Wenings gegenüber. VfR-Keeper Reissky machte die erste Niddaer Großchance durch Arsen Dashyan zunichte (2.). Auf der Gegenseite scheiterte Idic an Viktoria-Keeper Andre Schmid (4.). In einem total offenen Spiel blieben weitere klare Möglichkeiten zunächst Mangelware. Bis zur neunten Minute, als auch Marlon Mohr in Niddas Keeper seinen Meister fand. Die Partie war nicht unbedingt hochklassig und lebte von der Spannung, die sich dann auch in eine notwendig gewordenen Verlängerung übertrug. In dieser nutzte Maximilian Heckert einen Niddaer Abwehrfehler konsequent und netzte zum 1:0-Siegtreffer ein (18.). Nachdem Mawala auf Seiten der Viktoria am Pfosten gescheitert war, stand mit Wenings der erste Finalteilnehmer fest. In einer hitzigen Schlussphase sah Viktoria-Spieler Arsen Dashyan noch „Gelb-Rot“.
Nicht ganz so spannungsgeladen verlief das zweite Semifinale zwischen dem SV Ranstadt und dem SV Blau-Weiß Schotten. Der Gruppenligist verbuchte vom Anpfiff weg ein optisches Übergewicht und der 1:0-Führungstreffer durch Kerry Hau, nach herrlichem Zuspiel von Alex Hohmann, war aus Schottener Sicht der Dosenöffner. Weitere Treffer von Fabian Lauer, Tim Ittmann und Cedric Braun sorgten für eine beruhigende 4:0-Führung. Der SVR verkürzte durch Tristan Schmidt auf 1:4, Ittmann sorgte mit seinem sechsten Turniertreffer für den 5:1-Endstand aus Schottener Sicht.
Finale: Im abschließenden Finale zwischen dem VfR Wenings und dem SV Blau-Weiß Schotten scheuten beide Teams zunächst das Risiko. Ein strammer Schuss von Adrian Ionescu, den der angeschlagen ins Spiel gegangene Blau-Weiß-Keeper Paul Rauer abwehrte, bedeutete die erste Weningser Torchance (4.). Auf der Gegenseite machte Reissky einen Freistoß von Ittmann zunichte (6.). Schotten verbuchte mehr Ballbesitz, ohne aber im letzten Drittel wirklich gefährlich zu werden. Die besseren Chancen hatte der VfR. Eine „Hundertprozentige“ hatte Jan-Niklas Wiegers, der völlig blank stehend am glänzend reagierenden Rauer scheiterte (11.).
Das Spiel war in der Schlussphase auf des Messers Schneide, doch ein Tor fiel in der regulären Spielzeit nicht mehr. Tore blieben auch in der Verlängerung aus, so dass der neue Titelträger in einem abschließenden Shoot-Out ermittelt werden musste. Hier avancierte Blau-Weiß-Keeper Rauer zum Matchwinner, der drei Versuche des VfR zunichte machte und so den 3:2-Finalsieg ermöglichte. Bei Ittmans Shoot-Out-Versuch gab es Proteste von Weningser Seite, da sich der Schottener mit dem Ball unerlaubterweise nach hinten bewegt haben soll. Die Schiedrichter ließen weiterlaufen. Ittmann erzielte ein Tor und verhinderte so die Shoot-Out-Pleite. Während die Unparteiischen versicherten, dass sie keinen Regelverstoß gesehen hatten, war dieser laut Aussagen der Weningser auf Handyaufnahmen zu sehen (mehr dazu und zum Endspieltag in der morgigen Ausgabe).
Quelle: Kreis-Anzeiger vom 26.01.2026