
FCA-Goalgetter Nicolas Schubert hatte schon nach 60 Sekunden eine Riesenchance, die Blau-Weiß-Keeper Noah Kirchner noch vereitelte. Der FCA war in den ersten gut 25 Minuten mit frühem Pressing ungemein präsent und der Gast aus Schotten reagierte eigentlich nur. „Der Wille und die Gier, das Spiel gewinnen zu wollen, waren von Beginn an zu erkennen. Was die Mannschaft vor allem in der ersten halben Stunde gegen den Ball gezeigt hat, war schon sehr gut und auch so angedacht“, teilte ein zufriedener FCA-Coach Sven Kunisch am Morgen nach dem Sieg mit. Dass die Blau-Weißen bei den ersten beiden Gegentoren zweimal tatkräftige Unterstützungshilfe leisteten, gehört dann aber auch zur Wahrheit. Für den ersten „Bock“ sorgte Spielertrainer Lukas Friedrich, der aufgrund des Personalmangels der Schottener im Abwehrbereich als Innenverteidiger fungierte und bei der Gederner 1:0-Führung durch Schubert (12.) nicht gut aussah. Friedrich war im Nachhinein selbstkritisch genug, den Rückstand auf seine Kappe zu nehmen, doch war die fehlende Abstimmung im Defensivverbund nicht der Hauptgrund für das aus seiner Sicht schwache Auftreten. Auch beim 2:0 durch Roland Pauna (16.) halfen die Gäste tatkräftig mit.
Die Alemannia brachte sich eigentlich selbst aus dem Rhythmus, als der bereits verwarnte Nurddin Khabazeh übermotiviert in einen Zweikampf ging und für das Foulspiel folgerichtig Gelb-Rot sah (30.). Bei numerischer Überlegenheit gestalteten die Gäste die Partie ausgeglichener und schafften auch prompt durch Lukas Friedrich per sattem 18-Meter-Schuss den 2:1-Anschlusstreffer (32.). Bis zur Halbzeit erspielte sich Blau-Weiß eine Ballhoheit, ohne allerdings klare Torchancen zu kreieren. „Wir haben dann auch in Überzahl überhaupt nicht zu unserem Spiel gefunden. Es war überhaupt nicht erkennbar, dass wir einen Spieler mehr auf dem Platz hatten. Auch deshalb, weil wir anstatt über die Außen zu viel durch die Mitte agiert haben“, teilte Blau-Weiß-Spielertrainer Lukas Friedrich mit.
FCA-Coach Sven Kunisch wurde nach dem Platzverweis zu einer taktischen Umstellung gezwungen und die Taktik ging am Ende auf. „In Unterzahl wurde es dann natürlich ein anderes Spiel. Und meine Mannschaft hat es auf dem Platz gut umgesetzt“, führte Kunisch aus. Nur in der Anfangsphase der zweiten Hälfte, als FCA-Keeper Jan Schaller einen platzierten Schuss von Fabian Lauer aus dem unteren Toreck fischte, wurde es einmal richtig gefährlich (50.). Nach der folgenden Ecke dann Glück für die Alemannia, als Jannis Ladner den Ball an die Latte köpfte. Das war es dann aber auch schon an klaren Schottener Torchancen. Bei gefühlten 80 Prozent Ballbesitz fiel den Gästen im letzten Drittel nicht viel ein.
Der FCA setzte auf Umschaltmomente und verpasste durch Schubert (80.) zunächst die noch frühere Entscheidung. Auch beim dritten Gederner Treffer durch Liroy Oberheim (86.) zum 3:1-Endstand halfen die Vogelsberger dann noch einmal tatkräftig mit. Fazit: Eine in der ersten halben Stunde bärenstarke FCA-Elf nutzte die haarsträubenden Abwehrfehler der Blau-Weißen zum dritten Sieg im dritten Match gnadenlos aus. Blau-Weiß-Spielertrainer Lukas Friedrich traf den Nagel auf den Kopf, als er am Tag nach der Niederlage analysierte: „Mit der gezeigten Leistung hatten wir an diesem Abend auch nicht mehr verdient.“
Tore: 1:0 Schubert (12.), 2:0 Pauna (16.), 2:1 Friedrich (32.), 3:1 Oberheim (86.), Gelb-Rot: Khabazeh (FCA/30.). – SR: Michael Bruch. – Zu.: 250.
Quelle: Kreis-Anzeiger vom 17.08.2026