
FCA Gedern – SV Blau-Weiß Schotten 0:1 (0:0) n.V.
Rund 400 Zuschauer hatte diese Partie am Donnerstagabend angelockt. Viele Torchancen bekamen sie nicht geboten, dafür aber 120 Minuten lang ein sehr intensives Spiel, das vornehmlich von der Spannung lebte. Beim FCA fehlten mit Gianluca Kraus, Till Barschtipan und Lukas Reichert drei absolute Leistungsträger, was am Ende sicherlich mit den Ausschlag für den Gästesieg gegeben hat.
Bei den Blau-Weißen konnte Coach Christian Haardt wieder auf Valentin Leibner zurückgreifen. Und der war – da gab es nach Spielende keine zwei Meinungen – bester Spieler auf dem Platz. Ein anderer Schottener Spieler war extra aus München zu diesem Spiel angereist. Ein Aufwand, der sich lohnen sollte. Die Rede ist von Kerry Hau, der einen an Timon Ulm verursachten Foulelfmeter zum Siegtreffer verwandelte (110.).
Vom Anpfiff weg standen die Zweikämpfe im Vordergrund und es war schon über eine halbe Stunde gespielt, als Blau-Weiß-Kapitän Timon Ulm nach einem Abstimmungsproblem in der FCA-Abwehr in aussichtsreicher Position den Ball am Gästetor vorbei setzte (31.). Mehr passierte im ersten Abschnitt vor beiden Toren nicht. „Es war 120 Minuten lang ein Abnutzungskampf, mit wenigen Torchancen“, resumierte FCA-Vorsitzender Kai Grüning nach Spielende völlig zutreffend.
Auch in der Anfangsviertelstunde der zweiten Spielhälfte verbuchte keines der beiden Teams entscheidende Vorteile. Die Spielanlage des Gruppenligisten wirkte allerdings schon ein wenig reifer und Blau-Weiß-Coach Christian Haardt war nach Spielende nicht unbedingt erfreut darüber, „dass bei uns der letzte Pass oftmals nicht angekommen ist“.
Die erste echte Großchance in Durchgang zwei vergab der FCA, als Tim Müller nach einer gelungenen Ballstafette in guter Schussposition verzog (59.). Ansonsten war allerdings von der Gederner Offensivpower (97 Ligatore in dieser Saison) wenig zu sehen.
Schotten erspielte sich mit fortschreitender Spieldauer ein leichtes Übergewicht und auch zwei gute Torchancen. Tim Meilinger war frei durch, doch Jan Freymann klärte in höchster Not (64.). Ein Zuspiel von Leibner auf den frei stehenden Tim Ittmann verhinderte André Metzdorf mit letztem Einsatz (83.).
Die Verlängerung begann für den FCA nicht unbedingt vielversprechend, denn Metzdorf sah nach wiederholtem Foulspiel „Gelb-Rot“ (95.). Schotten ließ bei nunmehr numerischer Überlegenheit im letzten Drittel weiterhin die Genauigkeit vermissen. So war es dann auch logisch, dass ein Strafstoß die Partie entschied. Ärgerlich war der von Tim Lukarsch verursachte Elfer vor allem aus Sicht von FCA-Keeper Jan Schaller, der noch Sekunden zuvor nach einem strammen Schuss von Tim Ittmann mit sensationellem Reflex den Gederner Rückstand verhindert hatte. Eine Schlussoffensive der Alemannia fand nach dem 0:1 nicht mehr statt. Und so fiel es auch nicht mehr ins Gewicht, dass Blau-Weiß-Kapitän Timon Ulm in der Schlussminute eine „tausendprozentige“ Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung liegen ließ (120.+2). Es blieb beim 0:1 vor 400 Zuschauern.
Gederns Co-Trainer Kim Kraus („Zum zweiten Mal hat in diesem Pokal-Duell die glücklichere Mannschaft gewonnen“) konnte nach Spielende seine Enttäuschung über den neuerlich verpassten Finaleinzug nicht verbergen, war dann aber auch fair genug, dem Gegner zu gratulieren. „Sie haben gewonnen und stehen daher verdient im Finale.“ Aufseiten des Siegers sprach Coach Haardt von einem nicht unverdienten Sieg, „weil wir dann vielleicht doch das eine Tor besser waren“.
Tor: 0:1 Hau (110.) – Schiedsrichter: Lukas Weber (Sotzbach). – Gelb-Rot: Metzdorf (FCA/96.) – Zuschauer: 400.
Quelle: Kreis-Anzeiger vom 11.04.2026